Wie Sie in 7 Schritten Ihr Unternehmen gründen

Unternehmen gründen leicht gemacht

Sie wollen sich also selbständig machen und eine Firma gründen?

Gratuliere!

Aber jetzt wollen Sie wissen, was Sie als Gründer alles bedenken müssen. Sie brauchen eine Checkliste. Ich möchte Sie bei Ihrer Gründung unterstützen und Ihnen genau die Schritte zeigen, die Sie jetzt gehen müssen – von der Wahl der Rechtsform über das Kapital bis hin zum Marketing

Und ich stelle Ihnen Personen vor, die Sie gerne auf Ihrem Weg zur eigenen Firma begleiten.

Zunächst einmal will ich Sie aber als jungen Gründer ermutigen. Viele Menschen, auch Freunde und Bekannte, werden Sie vor den Risiken des Unternehmertums warnen. Möglicherweise wird man Ihnen sagen, dass Ihre Geschäftsidee nicht so neu ist, wie Sie glauben. Dass die Konkurrenz hart ist. Ihre Möglichkeiten begrenzt.

Hören Sie nicht auf Unkenrufe. Folgen Sie Ihrem Herzen.

Und dieser Checkliste.

 

1. Schritt: Die Geschäftsidee

Am Anfang jedes neuen Unternehmens steht die Geschäftsidee. Wie finden Sie als angehender Gründer diese?

Kopieren Sie nicht Ideen, die (vermeintlich) gut funktionieren.

Lassen Sie sich aber auch vom Begriff der Geschäftsidee nicht verwirren. Sie müssen nichts Neues entwickeln. Überlassen Sie das „next big thing“ den großen Konzernen mit ihrem Forschungs- und Entwicklungsbudget. Und auch diese liegen mit Ihren Ideen oft falsch und produzieren an den Marktbedürfnissen vorbei.

Ihre Idee muss nicht neu sein. Lassen Sie uns am besten auch nicht von einer Idee sprechen. Nennen wir es ein Konzept. Überlegen Sie sich etwas, was Sie als Verbraucher schon immer gerne gehabt hätten, aber niemand bietet es an. 

Oder wenn Sie schon etwas Bestimmtes machen wollen, dann fragen Sie Ihre Bekannten, ob sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung kaufen würden. Testen Sie, ob Ihr Produkt nachgefragt werden wird.

In dieser Phase der Unternehmensgründung ist es sehr hilfreich, sich von einem Gründungsberater coachen zu lassen. Er wird mit Ihnen Ihre Geschäftsidee prüfen, Ihnen helfen, daraus ein Konzept zu entwickeln und eine Marktpositionierung zu finden.

Ich empfehle Ihnen die Gründungsberaterin Mag. Barbara Huber.

 

Buchtipp:

2. Schritt: Der Business Plan

Wollen Sie ein Unternehmen gründen, kommen Sie daran nicht vorbei. Einen Businessplan werden Sie brauchen – egal, ob in Österreich, Deutschland oder der Schweiz.

Aber auch hier gilt zuerst: Beschreiben Sie Ihr Unternehmenskonzept.

Ein guter Businessplan ist kein Zahlenfriedhof. Planen Sie nicht die Umsätze und Aufwendungen der nächsten 5 Jahre im Detail. Eine mehrjährige Cashflowrechnung freut Ihre Bank, ist aber nichts anderes als Kaffeesud.

Zugegeben, ein paar Zahlen sind notwendig. Machen Sie sich Gedanken über Ihre Kosten.

Werden Sie während und nach der Firmengründung fixe Kosten haben, die auch dann anfallen, wenn Sie mit Ihrer Firma nichts verkaufen? Halten Sie diese so gering wie möglich?

Variable Kosten hingegen entstehen, wenn Sie produzieren. Müssen Sie auf Vorrat produzieren oder können Sie eine Just-in-time-Produktion aufziehen und erst dann produzieren, wenn Sie einen Auftrag haben? Das erspart auch Lagerhaltungskosten.

Bei dieser Phase der Unternehmensgründung steht Ihnen wieder der Gründungsberater beiseite. Suchen Sie hier aber auch schon Rat bei einem Steuerberater, der Ihnen bei den Zahlen in Ihrem Businessplan hilft.

 

3. Schritt: Kapital

Money makes the world go round.

Wissen Sie schon, wie viel Kapital Sie als Neu-Unternehmer für den Anfang benötigen werden?

Und woher Sie das Kapital für Ihr Unternehmen bekommen?

Am Anfang der Überlegungen steht einmal das Eigenkapital. Ihr Erspartes.

Meistens steht am Ende des Ersparten aber noch nicht die Finanzierung Ihres Unternehmens bzw. Ihrer Firma. Sie werden mehr Geld brauchen, als Sie haben. Dieses Kapital ist das Fremdkapital.

Woher nehmen Neu-Gründer Fremdkapital?

Klassischer Geldgeber sind die Banken. Wenn Sie hier wirklich weiterkommen wollen, versuchen Sie gar nicht erst, selbst zu verhandeln. Gehen Sie zu einem Profi. Zu einem gewerblichen Vermögensberater. Der wird Ihnen helfen, Ihren Businessplan für Kapitalgeber zu adaptieren.

Bedenken Sie: Fremdkapital kostet Zinsen. Ihre Kapitalgeber gehen mit Ihnen ein Risiko ein. Ihre Geschäftsidee kann ja auch schiefgehen. Je höher das Risiko eingeschätzt wird, desto mehr Zinsen müssen Sie bezahlen. Hier können Förderungen günstiger sein. Ihr Vermögensberater hilft Ihnen im Rahmen seiner Services auch bei der Auswahl geeigneter Förderungen.

Ich empfehle als Vermögensberater Günter Schallerböck.

Andere Möglichkeiten, um als Gründer an Fremdkapital zu gelangen, sind zum Beispiel Crowdfunding Plattformen. Das kann durchaus interessant sein. Stöbern Sie hier einmal ein bisschen im Internet – und das am besten, bevor Sie Ihre Firma gründen.

Ein letzter Tipp zum Thema Kapitalausstattung Ihres Unternehmens: Halten Sie die Kosten am Anfang so gering wie möglich, dann kommen Sie mit weniger Kapital aus. Testen Sie einmal Ihre Geschäftsidee im Kleinen.

 

4. Schritt: Marketing

Sie haben ein Konzept, ein Produkt oder eine Dienstleistung. Jetzt müssen Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung an den Mann bringen. Sie müssen Marketing für Ihre Firma machen.

Das heißt zuerst, dass Sie sich einmal darüber klar werden, wer Ihr Markt ist. Wer sind die Leute, die nachts wach liegen, weil Sie unbedingt Ihr Produkt oder Ihre Services brauchen? Wie finden Sie diese Leute? Und wie sprechen Sie sie an und überzeugen Sie von Ihrem Produkt?

Hier hilft Ihnen ein Marketingcoach. Ich empfehle Ihnen dafür Andreas Lämmerhirt.

Spätestens jetzt werden Sie merken, dass Sie ein Logo benötigen. Ein Logo kommuniziert Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung an Ihre Kunden. Es stellt die Verbindung zwischen Ihnen und Ihren Kunden dar. Suchen Sie sich einen guten Grafiker, der Ihnen ein Logo designt, mit dem Sie sich auch noch in Jahren identifizieren. Ich empfehle Ihnen dafür Mathias Koll.

Das Kommunikationsmedium schlechthin für Ihr Marketing ist Ihre Webseite. Lassen Sie sich von Anfang an professionell beraten, wie Sie mit Ihrer Webseite mit dem Markt kommunizieren. Eine Webseite ist heute nicht mehr teuer und auch leicht eingerichtet und gewartet. Ich empfehle Ihnen den Marketingberater Roland Hahn für die Erstellung Ihrer professionellen Webseite.

 

5. Schritt: Wahl der Rechtsform

Die Wahl der Rechtsform ist eine bedeutende Entscheidung im Zuge der Firmengründung.

In Österreich stehen viele Rechtsformen zur Verfügung – hier gilt es, die für Ihr Unternehmen passende zu finden:

Rechtsform Einzelunternehmen: Ein Einzelunternehmen beispielsweise ist schnell gegründet und mit den geringsten Anlaufkosten verbunden. Es reicht dazu, eine Gewerbeberechtigung zu beantragen. Eine Firmenbucheintragung ist erst zwingend, wenn der Jahresumsatz 700.000 Euro überschreitet.

Jedoch haftet der Einzelunternehmer mit seinem gesamten Vermögen, auch dem Privatvermögen (Eigenkapital), für Unternehmensschulden. Hier gilt es im Vorfeld genau abzuwägen, welches Risiko Sie mit Ihrem Unternehmen eingehen werden und ob Sie Ihr Privatvermögen diesem Risiko aussetzen wollen.

GmbH: Die Beschränkung der Haftung und damit die Sicherung des Privatvermögens geht am einfachsten mit der Gründung einer GmbH. Hier ist die Haftung des Gesellschafters auf die Stammeinlage beschränkt. Diese beträgt mindestens 35.000 Euro

In den ersten 10 Jahren nach der Gesellschaftsgründung kann die Gründungsprivilegierung in Anspruch genommen werden und es muss nur eine Stammeinlage von 10.000 Euro aufgebracht werden.

Die GmbH muss jedenfalls in das Firmenbuch eingetragen werden. Sie ist zur Buchführung (Bilanzierung) verpflichtet. Damit ist die GmbH in Gründung und im laufenden Betrieb teurer als ein Einzelunternehmen.

Neben diesen beiden Rechtsformen sind in Österreich noch zahlreiche weitere möglich, wie z. B. die OG, KG, GmbH & Co KG etc.

Lassen Sie sich daher zur Rechtsformwahl beraten. Wir stehen Ihnen hier gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Nähere Informationen zur Rechtsformwahl finden Sie auch in unserem Artikel: Rechtsformen für Unternehmen.

 

6. Schritt: Die Gewerbeberechtigung

Wer eine Tätigkeit gewerbsmäßig ausübt, braucht dafür eine Gewerbeberechtigung.

Eine Tätigkeit wird gewerbsmäßig ausgeübt, wenn sie

  • selbständig,
  • regelmäßig und
  • in der Absicht betrieben wird, einen Ertrag oder sonstigen wirtschaftlichen Vorteil zu erzielen.

 

Wenn feststeht, dass Sie gewerbsmäßig tätig werden wollen, auch wenn es sich für Sie nur um einen Nebenerwerb handelt, dann müssen Sie eine Gewerbeberechtigung beantragen.

Dabei müssen Sie berücksichtigen, dass es reglementierte Gewerbe und freie Gewerbe gibt.

Reglementierte Gewerbe sind in der Gewerbeordnung aufgezählt. Eine Liste der reglementierten Gewerbe finden Sie hier.

Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes benötigen Sie einen Befähigungsnachweis. Das ist der Nachweis, dass Sie die fachlichen und kaufmännischen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen besitzen, um die dem betreffenden Gewerbe eigentümlichen Tätigkeiten selbständig ausführen zu können. In der Praxis handelt es sich um Zeugnisse über entsprechende (Meister-) Prüfungen.

Ist das von Ihnen angestrebte Gewerbe nicht in der Liste der reglementierten Gewerbe enthalten, dann handelt es sich um ein freies Gewerbe. Für freie Gewerbe benötigen Sie keinen Befähigungsnachweis.

Auskünfte zu Ihrer Gewerbeberechtigung und zu dem erforderlichen Befähigungsnachweis gibt Ihnen die Wirtschaftskammer in Österreich.

 

7. Schritt: Nach der Firmengründung

Wenn Sie nun Ihre Gesellschaft gegründet haben, und sie im Firmenbuch eingetragen ist und Sie stolzer Besitzer einer Gewerbeberechtigung sind, muss Ihr Unternehmen Fahrt aufnehmen.

Sie müssen die ersten Verträge abschließen.

Sie werden Lieferanten haben, mit denen Sie Lieferverträge abschließen.

Sie werden vielleicht einen Mietvertrag über ein Büro oder ein Geschäft, ein Lager oder eine Produktionsstätte abschließen müssen.

Brauchen Sie Maschinen? Kaufen Sie diese oder mieten bzw. leasen Sie sie?

Empfehlenswert ist es auch, an Allgemeine Geschäftsbedingungen Ihrer Firma zu denken.

Kümmern Sie sich selbst um Ihre Buchhaltung? Wenn Sie bisher damit nichts zu tun hatten, dann rate ich Ihnen dringend ab, sich gerade im Zuge einer Unternehmensgründung bzw. Firmengründung damit beschäftigen zu wollen. Sie haben wahrlich wichtigere Probleme! 

Lassen Sie einen Buchhalter oder Steuerberater das für Sie tun. Das Honorar dafür ist nicht allzu hoch und dieser Service lohnt sich allemal.

Auf jeden Fall sollten Sie über den Abschluss von Versicherungen nachdenken. Da wäre die Versicherung der Unternehmensräumlichkeiten sowie der Anlagen selbst. Dann eine Rechtsschutz- und eine Haftpflichtversicherung. 

Denken Sie aber auch daran, Ihre eigene Arbeitskraft gegen deren Ausfall abzusichern (Betriebsunterbrechungsversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung). Lassen Sie sich auch zu diesen Themen von einem Fachmann beraten. Ich empfehle Ihnen dafür Torsten Frantz.

 

Tipp: Unterstützung durch Unternehmernetzwerke

Zunächst einmal Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben die Gründung hinter sich, haben eine Rechtsform gewählt, ggf. eine Gewerbeberechtigung beantragt etc. – und leiten nun Ihre eigene Firma.

Das ist viel Verantwortung, aber als Unternehmer müssen Sie nicht ständig alles selbst machen. Lassen Sie sich helfen.

Aber tauschen Sie sich auch mit anderen Unternehmern aus: Wie gehen diese in ihrer Firma vor? Welche Themen beschäftigen Sie? Wie meistern sie Unternehmens-Herausforderungen? 

Aus diesen Gesprächen können Sie viel für Ihr eigenes Unternehmen mitnehmen – auch noch Jahre nach der Gründung. 

Mein Tipp daher für (junge) Unternehmer und Gründer: Treten Sie einem Unternehmernetzwerk bei. Besonders geeignet dafür sind Netzwerke, die branchenoffen sind, besonders dann, wenn in dem Netzwerk keine Konkurrenz herrscht, etwa weil von jeder Branche nur ein Unternehmer zugelassen ist.

So ein Netzwerk würde Sie interessieren?

Dann besuchen Sie ein Business-Frühstück eines BNI Chapters in Österreich. Ich lade Sie dazu herzlich ein.

 

Fazit: Gründen Sie Ihr Unternehmen!

Eine Firma zu gründen, ein Geschäft zu eröffnen u.Ä., ist nicht von heute auf morgen getan. Vor der Gründung brauchen Sie eine Geschäftsidee und einen Businessplan.

Darüber hinaus gibt es viel bei einer Firmengründung zu beachten:

  • Sie brauchen Kapital für die Firmengründung (Eigenkapital/Fremdkapital)
  • Sie müssen die richtige Rechtsform für Ihr Unternehmen finden
  • Denken Sie an die Gewerbeberechtigung
  • Denken Sie an das für Ihre Firma passende Marketing

 

Dieser Artikel kann nicht mehr sein als eine Checkliste und eine erste Information. Die Themen können nur angekratzt werden. Zu jedem Thema habe ich Ihnen Experten empfohlen, die Ihnen und Ihrem jungen Unternehmen individuell weiterhelfen können.

Jetzt liegt es an Ihnen. Kommen Sie vom Planen ins Tun. Es lohnt sich. Und berichten Sie mir, zum Beispiel unten als Kommentar, wie es Ihnen bei der Firmengründung, Gewerbeanmeldung & Co. ergangen ist. Ich freue mich immer über den Austausch mit anderen Unternehmern.

Haben Sie offene Fragen oder benötigen Unterstützung bei der Selbstständigkeit? Als Rechtsanwalt in Korneuburg stehe ich Ihnen gerne zur Seite!

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